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Fotografie / Bildbearbeitung / Kunst

Was bedeutet TFP (für mich) ?

TFP steht für Time for Pictures (Prints). Im Allgemeinen geht es darum, dass Model und Fotograf ein gemeinsames Fotoprojekt umsetzen und beide die dabei entstandenen Fotos zur Eigenwerbung bekommen und dadurch beide Seiten entlohnt sind. TFP-Shootings sind also in der Regel „kostenlos“ (mehr dazu später).

Bei TFP-Shootings wird eine kommerzielle Nutzung in der Regel ausgeschlossen. Dafür sollte immer auch ein TFP-Vertrag zwischen den Beteiligten abgeschlossen werden.

Der Fotograf gilt als Urheber der Bilder, das Model hat aber das sogenannte „Recht am eigenen Bild“. Dadurch können beide der Veröffentlichung wiedersprechen. Noch besser ist das natürlich, wenn dies, wie auch bei mir, im Vertrag aufgeführt ist.

Pay-Shootings

Als Gegensatz zum TFP-Shooting gibt es die „Pay-“, also bezahlten Shootings, bei denen der Fotograf oder das Model gebucht und bezahlt werden.  

Soweit erstmal zu Theorie.

Viele Jahre und hauptsächlich TFP?

In den letzten 14 Jahren hatte ich meist nur Fotoshootings auf TFP-Basis. Das hat mir auch die meiste Zeit Spaß gemacht. Ich wollte mich einfach künstlerisch austoben und neue Fertigkeiten lernen.

TFP-Shootings sind dabei nie kostenlos. Das Model kauft Outfits, Make-Up, hat evtl. Fahrtkosten, usw.

Auf der Fotografenseite kommt da noch einiges mehr zusammen: Kamera, Akkus, Blitz, Leuchten, Reflektoren, Filter, Bildbearbeitungssoftware (Ja Photoshop kostet derzeit 12€ im Monat), uvm…

Ihr seht, da entsteht nach einer Weile schon das erste Problem. Sicher kann man das ein paar Mal machen. Auch ich werde ab und zu auch weiter TFP -Shootings anbieten. Aber es darf nicht mehr die Regel sein.

Ein Fotograf erbringt euch eine Dienstleistung. Wenn ein Model gute Fotos für das eigene Portfolio benötigt, dann sollte für diese Arbeit auch etwas bezahlt werden. Oder geht ihr zum Tischler, damit er euch einfach einen Tisch für Lau gibt, damit ihr überall herum erzählt wie schön er ist?

„Entschuldigen Sie, wir haben 2022“

In letzter Zeit ist mir in den sozialen Netzwerken aufgefallen, dass immer mehr Models/Fotografen Shootingbilder auf Bezahlplattformen wie Onlyfans, Fanseven, Patreon usw. anbieten.

Es wird also mit den Bildern Geld verdient. Genau das verstößt gegen den TFP-Vertrag. Selbst wenn kein Vertrag geschlossen wurde, darf das Modell oder der Fotograf die Bilder nicht einfach verkaufen, egal in welcher Form (online, Kalender, Drucke,…).

Ein sehr guten Beispiel habe ich in den letzten Wochen gesehen:

Ein Fotograf hat mehrere Frauen nackt bei Sonnenuntergang im See fotografiert. Die Bilder wurden auf Instagram zensiert hochgeladen mit dem Hinweis dass man sie unzensiert auf Patreon im Abo kaufen kann. Da ich einige der Models kenne, habe ich mal eine angeschrieben und gefragt um was für ein Shooting es sich handelte. Die Antwort lautete TFP und keins der Models hat wohl einen Vertrag mit dem Fotografen abgeschlossen (gerade bei Akt, sollte das Pflicht und selbstverständlich sein!).

Ich weiß nicht genau welche Bilder er bei Patreon anbietet und ich kenne ihn auch nicht persönlich! Ich sehe aber, dass er zum heutigen Stand ca. 50 Abonnenten auf dieser Plattform hat und damit ca. 1600 € im Monat verdient (das steht so, für jeden ersichtlich auf seiner Patreonseite). Das hat mit TFP nichts mehr zu tun!

Produkte als Bezahlung?

Genauso verhält es sich auch, wenn man mit den Fotos Promotion betreibt. Zum Beispiel wollte ich letztens mit einem lieben Model ein TFP-Shooting vereinbaren. Sie fragte mich dann ob wir mit den Klamotten vom Label „XYZ“ (wird nicht genannt) Fotos machen können, damit diese dann auf „Ebay“ für den Verkauf genutzt werden. Das hat im meinen Augen nichts mit TFP zu tun und wurde von mir abgelehnt, auch wenn das sicher coole Fotos geworden wären. Das Model erhält in solchen Fällen meist die Klamotten vom Designer/Label und kann diese behalten und der Fotograf? Sicher ist es eine gute Werbung für den Fotografen, aber verdienen wird an dem Shooting nur das Model und der/die Designer/Label etwas.

Was bedeutet das alles für mich?

Ich werde in der nächsten Zeit nur noch maximal 1 TFP-Shooting im Monat anbieten, wenn ich für eins meiner Projekte ein Model suche. Wer meine Arbeit mag und gern mit mir arbeiten möchte, kann mich gern buchen. Die Fotografie betreibe ich weiter neben meinem eigentlichen 40-Stunden Job.

Unter meinen LINKS findet ihr auch eine Wishlist. Auch diese Produkte kann man (nach Absprache) als Bezahlung nutzen.

Ich freue mich auf viele schöne und interessante Projekte.

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2 Kommentare

  1. Annika 24/10/2022

    An sich ein sehr schöner Beitrag um deine Sicht der Dinge zu verstehen, allerdings und da nehme ich es mir raus mal ganz brutal ehrlich zu sein: Ich finde es anmaßend, dass du die Kosten die ein Fotograf hat und die ein Model hat nicht auf einem Stellenwert siehst.
    Am Ende kommt man, vergleicht man beide Seiten, bei +/- 0 raus. Mit „einfach mal Makeup kaufen“ und dann einen Fundus haben ist es meist nicht getan, oft holt man sich Dinge gezielt für ein Shooting und dann gibt es genau wie bei deinem Equipment auch auf unserer Seite Verschleiß. Seien es die Outfits, Accessoires, manche kaufen Deko für Shootings, die dann vielleicht kaputt geht und erneuert werden muss, Schuhe die abgetragen sind usw usw. Oftmals haben wir auch nicht nur ein Outfit, sondern mehrere, aus denen der Fotograf wählen kann. Ich würde auch sagen bei Cosplay noch mehr, als bei casual Shootings. Nichtsdestotrotz deine Seite ist verständlich und wenn du diesen Weg in Zukunft einschlagen willst, ist das deine Entscheidung. Mir hat in diesem Beitrag lediglich das schnelle Abtuen der Kosten für die Models nicht gefallen.
    Bei gewerblicher Nutzung stimme ich dir allerdings voll zu, wenn es ein TFP Vertrag ist, ist das ein No Go.

    • Kade 25/10/2022 — Autor der Seiten

      Liebe Annika,

      danke für deinen ehrlichen Kommentar. Natürlich möchte mit dem beitrag nicht sagen, dass Models nicht teilweise die gleichen oder manchmal sogar mehr Kosten haben. Gerade bei Cosplay kommt da schnell einiges zusammen.
      Ich stelle lediglich meine Seite dar. Bei einer Standardausrüstung für Fotografen liegt man schnell bei ca. 2000-3000€ (Kamera, Objektive, Blitz, Reflektoren, Stative, Software,PC,). Das ist schon eine Menge für ein „Hobby“.

      Mein nächstes (TFP)Shooting wird mich um die 300€ kosten.

      Bei Cosplayshootings könnte ich mir auch gut eine Kooperation vorstellen. Ich habe z.B: schon gehört, dass andere Fotograf*Innen auch gern Dinge von ihrer Wishlist als Gegenleistung für ein Shooting nehmen. Da kann man selbst entscheiden in welcher Höhe der Wert angesetzt wird.

      Kennt ihr eigentlich schon meine Wishlist? Schaut mal in die Links 🙂

      LG
      Thomas

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